Ausfall-Liga Baden Süd

Spielabsagen und freie Bretter  

von Reinald Kloska, 04.04.2008

Man kennt das ja, zum Beispiel aus den unteren Kreisklassen, dass aufgrund von Spielermangel das ein oder andere Brett unbesetzt bleibt oder gar ein Mannschaftskampf ausfallen muss. Gerne wird hier allen Mitgliedern der Vereine, insbesondere auch den Jugendspielern, eine Spielmöglichkeit geboten, doch immer klappt es dann leider nicht, alle Bretter zu besetzen. Das ist zwar nicht schön – ist aber so!.

Im Süden Badens existiert eine Liga, die, weit von den Kreisklassen entfernt, den Raum südlich von Karlsruhe bis hin zur Schweizer Grenze abdeckt. Sieht man von oben auf diese Liga, so steht sie hinter den beiden Bundesligen und der Oberliga als vierthöchste Spielklasse da – das ist schon was! Sieht man sich diese Liga genauer an (Ergebnisdienst Badischer Schachverband), stellt man fest, dass sie sich zudem hinter keiner Kreisklasse verstecken muss. Spielausfälle und unbesetzte Bretter zuhauf! In den bisherigen sieben Spieltagen fielen fünf Begegnungen gänzlich flach und zusätzlich waren 15 Bretter unbesetzt – die „Ausfall-Liga Baden Süd“, ehemals bekannt als „Verbandsliga Baden Süd“.

Woran liegt es, dass in einer derart hoch angesiedelten Klasse so viele Spiele ausfallen? Hauptverursacher der Misere sind die beiden Ortenauer Vereine Kehl und Lahr. Beide ließen jeweils ein Spiel vollständig ausfallen, in den anderen Begegnungen ließ Kehl sechs Bretter leer, Lahr vier (wovon drei davon gar noch aus einem Heimspiel stammen). Für die weiteren Spielabsagen sind Konstanz, Gottmadingen und Zähringen, welches gar ein Heimspiel komplett absagte, verantwortlich. Verwaiste Bretter gab es zudem bei Kuppenheim I (2x), sowie Kuppenheim II, Zähringen und Gottmadingen (jeweils 1x).

Der Badische Schachverband (Badischer Schachverband) hat wohl erkannt, dass es so nicht weitergehen kann und es wurde vom LSA eine Neuregelung der Ranglistenfrage aufgesetzt, die es am Verbandstag zu bestätigen gilt. Doch bezweifle ich, dass diese Regelung die Spielausfälle und freien Bretter deutlich reduzieren wird. Strohmänner (oder auch Strohfrauen) versucht man durch eine DWZ-Reihenfolge einzudämmen, die Rangliste wird ersetzt durch einen Spielerkader pro Mannschaft. Wie wird sich vor allem dieser zweite Punkt auswirken? Einerseits besteht die Hoffnung, dass durch die Beschränkung der Spieler pro Mannschaft weniger „Doppelspieler“ (siehe Blog-Beitrag „Leidiges Doppelspielrecht“) eingesetzt werden. Auf der anderen Seite kann dies auch dazu führen, dass ein Team bei vermehrten gleichzeitigen Ausfällen nicht oder nicht komplett antreten kann.

Gut so, diese neue Regelung, doch müssen wir erst sehen, was sie für die Ligen und Mannschaften bringt. Besser noch wären (zusätzliche) Regelungen, die das Doppelspielrecht verbieten und Zwangsabstieg bereits bei einmaligem Nichtantreten bedeuten.  

Nachtrag vom 07.04.2008:

In der gestrigen achten Runde ging es wie gewohnt weiter: Lahr und Konstanz traten nur zu siebt an, Zähringen brachte gar nur vier Denkstrategen nach Kuppenheim an die acht Bretter. Die Krone hat sich aber erneut Kehl aufgesetzt, sie traten zum zweitenmal in dieser Saison nicht an. Damit müsste Kehl auf jeden Fall absteigen, denn „Eine Mannschaft, die zweimal nicht antritt, steigt ab„. Neben Kehl steht übrigens Konstanz als weiterer Absteiger bereits fest.

Nachtrag vom 10.04.2008:

Wie man im Kuppenheimer Spielbericht nachlesen kann, waren die Konstanzer doch zu acht angetreten, den kampflosen Punkt verursachte eine defekte Uhr, die nicht rechtzeitig ersetzt werden konnte:

„Mit Hindernissen hat vergangenen Sonntag das Verbandsliga-Match der Zweiten in Konstanz begonnen. Zwar war man 15 Minuten vor Beginn vollzählig vor dem Spiellokal angetreten, doch blieb dieses verschlossen und musste wegen Terminüberschneidungen sogar gewechselt werden! In der Folge verging fast eine Stunde, bis am Ausweichort begonnen werden konnte. Die Gastgeber starteten mit 50 Minuten Zeitstrafe ihre Partien. Schließlich funktionierte die Uhr an Günther Tammerts Brett nicht, weshalb die Begegnung kampflos zu seinen Gunsten gewertet wurde, weil kein Ersatz vor Ort war. „

Comments are closed.